Josef Rümmele aus Vorkloster

24. April 2015

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Josef Rümmeles ehemaliges Haus im Bregenzer Vorkloster sieht zwar nicht so aus, aber hinter der Fassade aus dem Jahr 1926 verbirgt sich nun ein thermisch und bautechnisch optimiertes Gebäude mit einem Heizwärmebedarf von 55kWH/m² – einem barrierefreien EG mit 35m² Holzterrasse – einem Heizsystem mit Wand- und Bodenheizung – einer großzügigem Wohnküche mit Fischgrätparkett – Sprossenfenstern (so wie früher) – WLAN – Heimkinoanlage mit Deckenbeamer und 6.000l Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung… Fotos von Christian Schramm

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„Die Terrasse – war die schon immer da?“ Nein, war sie nicht. Übrigens die Geometrie des Geländers findet das aufmerksame Auge an den Balkonen benachbarter Häuser und auch an den alten Bregenzer Kanaldeckel. Weiterbauen und Respektieren historischer Bautypologien – so wie ich es verstehe – darf sich dann auch manchmal über gegenwärtige Bauvorschriften hinwegsetzen …

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Hier noch das Vorklöstner Ensemble mit Willi Brauns erster Reihenhaussiedlung in Vorarlberg und dem VELAG Turm im Hintergrund, der für die Reisenden aus dem Bregenzerwald das Ende einer knapp dreistündigen Eisenbahnfahrt und die Ankunft in der Landeshauptstadt ankündigte.

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Wohnen in alten Gebäuden fühlt sich ungefähr so an wie früher der Besuch bei Großmutter – unerlaubtes Stöbern in Kisten und Kästen auf dem Dachboden, das Surren der Fliegen an heissen Sommertagen, das Baumhaus, welches Großvater aus den Resten des übriggebliebenen Bauholzes aufgerichtet hat, der Geruch des alten Holzes im Hennahüsle und die zu verbotenen Ausflügen verleitende unbebaute Blumenwiese des Nachbarn …

Presseschau – Vorarlberger Nachrichten und Nextroom

16. April 2015

Das sanierte Gebäude in der Tisner Professorensiedlung wurde in der Wohnen und Leben Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten vorgestellt und die zufriedenen Bewohner ausführlich interviewt. Über die Hintergründe des jüngsten Bauprojekts des Büro für Architektur und Umweltgestaltung lesen hier – VN Beilage Leben und Wohnen

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Weiters wurden unsere Projekte in die Datenbank für zeitgenössische Architektur nextroom.at aufgenommen. Die Landschaftsmaschine und das Caritas Center Feldkirch freuen sich der ehrenvollen Auszeichnung!

Temporäre Flüchtlingsquartiere Vorarlberg

23. Januar 2015

caritas-fluchtlingsquartier-vorarlberg.jpgDie zunehmende Anzahl von Flüchtlingen aus Krisengebieten überstieg in den vergangenen Wochen die Aufnahmekapazitäten der Einrichtungen der Vorarlberger Landesregierung und der Caritas. Aus diesem Grund beauftragten die zuständigen Stellen die ARGE Gahleitner | Pecnik | Strehle Architekten mit der Planung kompakter und temporärer Wohneinheiten um das sprichwörtliche „Dach über dem Kopf“ für die Schutzsuchenden bereitzustellen. Das Wohnen und der Aufenthalt von Menschen aus Krisengebieten fordern nicht nur planerische Sensibilität und Respekt für existentielle Lebenssituationen sondern auch Rücksichtnahme für den Lebensraum bestehender Quartiere.

„Ich liebe das Originale!“

5. Januar 2015

meint die Bauherrin … und Sie? – Überzeugen Sie sich selbst – die Fotos kommen von Christian Schramm

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Und für unsere Mitarbeit am Projekt wurde uns nach Fertigstellung folgende Urkunde überreicht:

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Recyclingquote 50% – Wie hoch ist der Anteil recycelter Baustoffe in Ihrem Wohngebäude?

11. September 2014

salbachstrasse.jpgDas enkeltaugliche Wohnprojekt in der Harder Salbachstrasse geht in die nächste Runde: Nach Erteilung der Baubewilligung werden nun in der Ausführungsplanung die Bauteilaufbauten ökologisch optimiert. Dabei werden Baustoffe ausgeschieden, die entweder einen zu hohen Primärenergieeinsatz oder atmosphärisches Versauerungspotential aufweisen bzw große CO2 Emissionen während des Herstellungsprozesses produzieren. Dieser Planungsschritt setzt sich zum Ziel den Ökoindex zu minimieren und somit die ökologische Verträglichkeit des Bauwerks zu erhöhen. Aus diesem Ansatz resultiert auch die Vermeidung bituminöser Abdichtungen im gesamten Gebäude. Die erdberührte Bodenplatte wird im System „Braune Wanne“ abgedichtet, das Gründach mitttels PVC-freien Kunststoffabdichtungen.

Weiters wird in der Ausführungsplanung Wert gelegt, dass Baustoffe zum Einsatz kommen, die aus der Altstoffverwertung kommen: Also Dämmstoffe aus Altpapier, Glasschaumgranulat aus der Glasverwertung, Recyclingbeton oder auch Ziegelsplitt für die Fußbodenaufbauten. Dadurch ergibt sich bei der Wohnhausanlage eine Recyclingquote aller verbauten Baustoffe von knapp über 50% des neu errichteten Zubaus!

Natürlich ist ein Argument gegen Neues Bauen auch die Problematik der zunehmenden Versiegelung: Im vorliegenden Projekt wird die verbaute Grünfläche durch Gründächer im Obergeschoß sowie im Dachgeschoß kompensiert. Die Gegenüberstellung der versiegelten Flächen auf dem Grundstück mit der bestehenden Bebauung im Vergleich zur neuen ergänzten Bebauung verhält sich bilanzneutral.

50er Jahre Wohnen

10. Juli 2014

so sieht das Gebäude aus den späten 50er Jahren vor der Sanierung aus …fassadenansicht-dr-josef-haeuslestrasse-klein.jpg

und so wird es auch wieder nach der Sanierung aussehen! Mit deutlich angehobenem Wohnkomfort, zeitgemäßer Haustechnik und Wärmebedarf, alten Massivparkett und vielem Mehr. Schauen Sie doch wieder mal vorbei, wenn die Fotos da sind …

Wohnen mit Ohne

3. Februar 2014

Die Fassade der Wohngemeinschaft einer karitativen Einrichtung in Vandans leidet unter chronischer Tristesse – verursacht durch akutem Farbmangel.

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Darüberhinaus fehlen dem Bestandsobjekt zusätzliche Raumreserven für einen Arbeitsraum und Freizeiteinrichtungen. Dieser Bonusraum wird nun mittelfristig mit Containern abgedeckt.

Wo die Container situiert werden?

Sehen Sie die gelben Farbflächen in der Mitte der Fassade? – Genau dort!

Pfarrer Dr Josef Häusle …

3. Februar 2014

… ist Namensgeber einer Strasse in der sogenanten „Professorensiedlung“ in Feldkirch Tisis. Dort wurde in den späten 1950er Jahren von der VOGEWOSI mit Doppelwohnhäusern das Gebiet westlich des Landeskrankenhauses besiedelt. Einzelne der Gebäude wurden bereits durch mehr oder weniger gelungenen Sanierungen in unsere Zeit „herübergeholt“ – jedoch nicht das Haus Nummer 15. Hier scheint die Zeit s.t.e.h.e.n. geblieben zu sein. Das Gebäude von dem ich spreche gehört nun diesem Herrn und seiner Familie …

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… und wird in naher Zukunft vom Büro für Architektur und Umweltgestaltung fach- und stilgerecht saniert.

Nachverdichtung, Ökologie und das eigene Wohnheim

4. Dezember 2013

Mit den richtigen Bauherren geht so manches, was vielen verwehrt bleibt: Leben in Gemeinschaft.

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Eine Harder Familie zeigt vor, wie sinnvolle Nachverdichtung in den zersiedelten Rheintalgemeinden aussehen kann: Das Einfamilienhaus der ursprünglich fünfköpfigen Familie wird bis auf das Erdgeschoß zurückgebaut und mit einer neuen Erschließung und mit drei zusätzlichen Wohneinheiten erweitert. Aus diesem massiven Kern entsteht nun eine kompakte innerfamiliäre Wohnanlage mit zahlreichen Gemeinschaftsräumen und einer Dachterrasse mit Nutzgarten. Sollte eine Erweiterung des Baukörpers erforderlich werden – das benachbarte Grundstück befindet sich ebenfalls in Familienbesitz – können die L-förmigen Baukörper modular verlängert werden.

Um eine weitgehende Flexibilität in der Nutzung zu gewährleisten werden die Einheiten stützenfrei und mit großen Raumhöhen ausgeführt,  alle Einheiten können vertikal und horizontal abgetrennt bzw kombiniert werden.

In der Planung werden derzeit sämtliche Bauteilaufbauten hinsichtlich Einsparungspotentiale durchleuchtet und ein hoher Eigenleistungsanteil berücksichtigt. Dies bedeutet maximale Einfachheit und größtmögliche Reduktion von Baustoffen. Heizkörper anstatt Flächenheizsysteme, Aufputz- anstatt Hohlrauminstallationen. Diese Einsparungen werden auf direktem Wege in hochwertige ökologische Baustoffe investiert.

Sanierung vs Neubau – Vergleichsstudie Ökoindex 3

4. Oktober 2013

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Eine der am häufigsten gestellten Fragen in meinem Bekanntenkreis aber auch von interessierten Laien lautet: „Wie hochwertig soll eine thermische Sanierung bei einem alten Gebäude erfolgen?“

Hmmmh, ehrlich gesagt konnte ich diese Frage bisher weder objektiv beantworten noch durch bauphysikalische Berechnungen beurteilen. Ist es energietechnisch und ökologisch verträglicher ein altes Gebäude nur teilzusanieren, eine kürzere Lebensdauer anzusetzen und nach erfolgtem Abbau durch einen Neubau zu ersetzen? Rechtfertigen die Einsparungen im Betrieb eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus die technisch aufwendige und teure Komplettsanierung? Oder ist die sinnvollste Variante den Altbau gleich wegzuschieben und ein hochwertig ausgestattetes Passivhaus auf die grüne Wiese zu setzen?

Seitdem vom Institut für Baubiologie www.ibo.at ein Berechnungsmodell (Eco2Soft Ökoindex 3) für den Lebenszyklus eines Gebäudes entwickelt wurde, kann nun eine Gesamtbilanz des Energieverbrauchs sowohl bei der Herstellung eines Gebäudes als auch in der Betriebsphase berechnet werden und über den gesamten Lebenszyklus dargestellt werden.

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Das Sanierungsprojekt „Auf der Matte“ in Bregenz wurde als Referenzmodell herangezogen um verschiedene Sanierungsvarianten in einem Betrachtungszeitraum von 90 Jahren zu untersuchen. Die erste Variante stellt den unveränderten Bauzustand aus dem Jahre 1926 dar, der durch hohe Wärmeverluste gekennzeichnet ist aber keinen Energieverbrauch durch Sanierungsmaßnahmen aufweist.

Die zweite Variante umfasst eine thermische Sanierung mit Fenstertausch und Dämmung der obersten und untersten Geschoßdecke.

Die dritte Variante sieht eine Komplettsanierung vor, welche die gesamte thermische Gebäudehülle und das wärmeaufbereitende Haustechniksystem beinhaltet. Diese einzelnen Varianten werden abschließend mit dem Ökoindex eines Neubaus verglichen. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten basieren die Sanierungsmodelle auf folgenden Grundlagen: Dem Energieverbrauch des Gebäudes in der Betriebsphase liegt der jeweils errechnete Heizwärmebedarf zugrunde, der Strombedarf entspricht einer Haushaltsgröße von vier Personen. Je nach Sanierungsgrad wird dem Bestandsgebäude eine Restnutzungsdauer hinterlegt, nach Ablauf dieser Restnutzung wird der Altbestand durch einen Neubau ersetzt.

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Auf Basis dieses Berechnungsmodells und der Studienergebnisse können nun die ökologische Bewertung der Sanierungsmaßnahmen nicht nur für die Herstellung sondern auch über den gesamten Lebenszyklus geplant und optimiert werden.