Weiterbauen – die Instandsetzung einer Stiegenanlage oder ein Beitrag zur Erhaltung österreichischer Nachkriegsarchitektur

Stiegenanlage Fa Hörbiger 1

„Die Stiege knarrt und biegt sich durch – Wir hätten gerne eine moderne Stahlstiege anstatt der alten Holztreppe! Darüberhinaus benötigen wir noch einen neuen Durchgang.“ sprach der Auftraggeber, die Firma Hörbiger Ventilwerke – weltweit operierendes Industrieunternehmen in Wien Simmering, und bat um einen Lokalaugenschein vor Ort.

mit Thomas Wagensommerer – Abbildungen © wolfleeb.com

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Keine gewöhnliche Holztreppe, kein gewöhnliches Gebäude.

Wir werden zur Stiege des Direktionsfoyer gebeten und blicken auf ein Wandfresko von Rudolf Hermann Eisenmenger. Die Architekten für die Planung und Errichtung waren Siegfreid Theiss und Hans Jaksch. Die volleingestemmte Stiege sowie die Wandtäfelung wurden in Rüster ausgeführt, ein schwarzer Terrazzoboden und die Sitzgruppe im Stiegenauge bilden ein künstlerisch / architektonisches Ensemble der österreichischen Nachkriegsmoderne, wie es heute nur noch selten im Originalzustand erhalten ist.

Nach einer Gegenüberstellung der Kosten für die Errichtung einer neuen Stahlstiege und einer substanzschonenden Instandsetzung der Stiegenunterkonstruktion entschied sich der Auftraggeber für die Erhaltung der bestehenden Stiegenanlage. Der zusätzlich geforderte Durchgang aus dem Direktionsfoyer wurde durch den Einbau einer Tapetentüre bewerkstelligt. Abschließend erfolgte eine Fugensanierung des Terrazzobodens.

 

Stiegenanlage Fa Hörbiger 2

 

Stiegenanlage Fa Hörbiger 3

 

Stiegenanlage Fa Hörbiger 4

 


 

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