S7 Fürstenfelder Schnellstrasse

geladener Wettbewerb zur Landschaftsarchitektur und Objektgestaltung der Fürstenfelder Schnellstrasse
in Zusammenarbeit mit Bauchplan ).( Landschaftsarchitektur und urbanistik

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Der Eingriff durch die Errichtung eines Schnellstrassenkorridors zwischen Riegersdorf (Steiermark) und Heiligenkreuz (Burgenland) durchschneidet auf der einen Seite unerschlossene und ökologisch intakte Systeme, bietet auf der anderen Seite die Möglichkeit, die Eigenschaften und das Image einer Region zu untersuchen, freizulegen und zu einer neuen Identität zusammenzuführen. Dabei wird im gegenständlichen Projekt die Schnellstrasse neben ihrer wichtigen infrastrukturellen Funktion auch als ästhetische Chance erkannt.


Im Zuge des Strassenbaus wird eine Anknüpfung, Betonung und ökologische Vernetzung der bestehenden Landschaftsräume angestrebt. Die Gestaltung einzelner Tunnelportale und Betriebseinheiten für die technische Infrastruktur der Schnellstrasse verweisen auf geologische Charakteristika der Thermenregion, ein Leitkonzept für die Lärmschutzmaßnahmen knüpft an landschaftsräumliche Konturen an und bindet das Projekt in mehreren Ebenen in den Landschaftsraum ein.

Grundsätzlich baut das Leitkonzept auf drei wesentlichen Gestaltungsprinzipien auf:
(1) Größtmögliche Einbettung des Verkehrswegs in den umgebenden Landschaftsraum
(2) Maximale Abstraktion des Fahrbahninnenraums, Verwendung der Fahrbahn als Informationsmedium
(3) Reduktion der verwendeten Materialien auf Stahlbeton, Aluminiumblech und Basalt

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Das Bildsujet einer sprudelnden und glitzernden Mineralquelle aus einem Geländeschlitz, positiv bewertet und stellvertretend für die südburgenländische und oststeirische Thermenregion bereits im Bewußtsein verankert, wird dabei als Ausgangspunkt für die konzeptuelle Entwicklung der Oberflächen- und Objektgestaltung herangezogen. Analog zur behutsamen Trassenführung bemüht sich das Projekt topografische Eingriffe soweit als möglich zu minimieren. Tunnelportale werden als Schnittflächen und Geländefaltungen in die Topografie von bewehrten Grünböschungen eingebettet.


Raumfolgen und -durchquerungen
Im Rahmen der bestehenden Trassenführung erlauben die Topografie und die landschaftsräumliche Gliederung prägnante und deutliche Raumsequenzen, die im Projekt aufgegriffen und intensiviert werden. Diese unterteilen sich thematisch in Waldstrecke, Waldrand, Lichtung, Ausblick, Freistrecke, Tunnel, Anstieg und Abfahrt. Im Zuge der Entwicklung der einzelnen Sequenzen werden Räume für Ersatzpflanzungen geschaffen sowie die Verwertung von Aushubmaterial der Unterflur- und Tunnelabschnitte durch großflächige Anböschungen nördlich der erwähnten Trassenabschnitte ermöglicht.

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Corporate Identitiy
Ein wesentliches Merkmal dieses Gestaltungsansatzes ist die Erarbeitung eines S7- spezifischen Materialkatalogs, welcher spätere Adaptierungen der Trasse mitsamt seiner Infrastruktureinrichtungen im Sinne der ursprüngliche Gestaltung gewährleistet. In der Objektgestaltung werden unbehandelter Stahlbeton, Aluminiumbleche und Basaltbruchstein eingesetzt. Die Basaltverblendungen werden darüberhinaus mit Glasbruchstücken versehen, um bei nächtlicher Anstrahlung der Verkehrsmittel die Böschungseinschnitte zusätzlich akzentuieren.

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schematische Darstellung eines Streckenabschnittes

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Materialkatalog

Projektdaten:
Auftraggeber: Asfinag BMG Gmbh, 1011 Wien
Gesamtlänge: ca. 29 km
Geplanter Baubeginn: ab 2010 / 2012
Geplante Verkehrsfreigabe: 2014 / 2016
Gesamtkosten ca. EUR 500 Mio. netto

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