Neu und Alt ? Neu oder Alt ? Neu mit Alt !

Freitag, den 22. April 2016

historische Aufnahme Gegenüberstellung

Letztendlich führt das Bewahren und Ergänzen alter Bausubstanz zwangsweise zur Auseinandersetzung mit dem Begriff der Authentizität. In diesem Sinne wurde nun der Innenausbau des Siedlerhaus auf der Bregenzer Matte vis-á-vis der ersten vorarlberger Reihenhausanlage von Willibald Braun fertiggestellt. Alle Bilder – sowohl die historischen als auch alle zeitgenössichen Bilder stammen von der alteingesessenen Bregenzerwälder Fotografendynastie – Christian Schramm senior und Christian Schramm junior –

Auf der Matte Eingangsbereich

Die verwendeteten Materialien beim Innenausbau orientieren sich an den bereits vorhandenen Oberflächen: Eichenparkett und Linoleum bzw. durchgefärbte Faserbetonplatten im Bereich der Sanitärräume und der Küche. Auch farbige Akzente kehren wieder in die Innenräume zurück …

Auf der Matte Esszimmer

Auf der Matte Kasten

Auf der Matte Stiegenhaus

Auf der Matte Zimmer 1

Auf der Matte Zimmer 2

Auf der Matte Bad

 

 

Josef Rümmele aus Vorkloster

Freitag, den 24. April 2015

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Josef Rümmeles ehemaliges Haus im Bregenzer Vorkloster sieht zwar nicht so aus, aber hinter der Fassade aus dem Jahr 1926 verbirgt sich nun ein thermisch und bautechnisch optimiertes Gebäude mit einem Heizwärmebedarf von 55kWH/m² – einem barrierefreien EG mit 35m² Holzterrasse – einem Heizsystem mit Wand- und Bodenheizung – einer großzügigem Wohnküche mit Fischgrätparkett – Sprossenfenstern (so wie früher) – WLAN – Heimkinoanlage mit Deckenbeamer und 6.000l Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung… Fotos von Christian Schramm

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„Die Terrasse – war die schon immer da?“ Nein, war sie nicht. Übrigens die Geometrie des Geländers findet das aufmerksame Auge an den Balkonen benachbarter Häuser und auch an den alten Bregenzer Kanaldeckel. Weiterbauen und Respektieren historischer Bautypologien – so wie ich es verstehe – darf sich dann auch manchmal über gegenwärtige Bauvorschriften hinwegsetzen …

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Hier noch das Vorklöstner Ensemble mit Willi Brauns erster Reihenhaussiedlung in Vorarlberg und dem VELAG Turm im Hintergrund, der für die Reisenden aus dem Bregenzerwald das Ende einer knapp dreistündigen Eisenbahnfahrt und die Ankunft in der Landeshauptstadt ankündigte.

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Wohnen in alten Gebäuden fühlt sich ungefähr so an wie früher der Besuch bei Großmutter – unerlaubtes Stöbern in Kisten und Kästen auf dem Dachboden, das Surren der Fliegen an heissen Sommertagen, das Baumhaus, welches Großvater aus den Resten des übriggebliebenen Bauholzes aufgerichtet hat, der Geruch des alten Holzes im Hennahüsle und die zu verbotenen Ausflügen verleitende unbebaute Blumenwiese des Nachbarn …

Einfaches Bauen – Damals und Heute

Freitag, den 17. August 2012

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Die heute vielfach strapazierte Begriff des „nachhaltigen“ Bauens wird angesichts der historischen Bauweise in vielfacher Weise konterkariert. Alle Materialien des Gebäudes aus dem Jahre 1925, die während der Abbrucharbeiten entfernt wurden sind auf drei Baustoffe zu reduzieren: Holz und Holzwerkstoffplatten, Hohlblocksteine aus Beton sowie Kalkzementputz. Die nun gestarteten Instandsetzungsarbeiten knüpfen an diese Bauweise an: Holzbalkendecken mit mineralischer Wärmedämmung, diffusionsoffene Holzwerkstoffplatten anstatt Folien und Dampfsperren, Holzfenster mit einfacher Isolierverglasung und Ventilationsbeschichtung. Der Innenausbau erfolgt mit einem Trockenestrich und einem massiven Eichenparkett, Linoleum und Leichtbetonplatten werden in den Nassräumen als Wand- und Bodenbeläge eingesetzt. Die Heizkörper und die Gastherme werden belassen, für eine zweite Ausbaustufe werden bereits jetzt die Leerverrohrungen für Wandheizungsflächen vorbereitet.

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Bestandsgerechte Sanierung eines Bregenzer Siedlerhauses aus dem Jahr 1925

Donnerstag, den 22. März 2012

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Die Bregenzer Matte im Bereich des ehemaligen Wälderbahnhof ist von zwei Siedlungs- und Bebauungstypologien geprägt: Willibald Braun, der wahrscheinlich einflußreichste Vorarlberger Architekt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts plante die Reihenwohnhausanlage „Auf der Matte“ ganz im Sinne der damaligen Siedlerbewegung, an der gegenüberliegende Seite wurden für das höhergestellte Bahnpersonal einzelne gemauerte Stadthäuser mit Mansarddächern und Selbstversorgungsgärten errichtet. Das Wohnhaus für Josef Rümmele wird nun vom Büro für Architektur und Umweltgestaltung bedarfs- und konstruktionsgerecht saniert.

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Josef Rümmeles Eingangstor